Auf die Einladung vom Verkehrshaus der Schweiz besuchte der Verein Dampfzug Waldenburgerbahn VDWB die diesjährigen Rail Days, welche vom 19.-21. Juni 2015 in Luzern stattfanden. Dabei wurde in erster Linie die erhalten gebliebene Dampflokomotive G3/3 WB 6 „Waldenburg“ gereinigt, gepflegt und konserviert. Mit dem aufgebauten Informationsstand machte der Verein zudem auf das drohende Aus des WB Dampfzuges aufmerksam und verteilte Unterlagen über den Verein und seine Ziele.  

Wie die Zusammenarbeit entstand
IMG_0338Am Freitag Morgen des 19. Juni machten sich 8 Mitglieder des Vereins Dampfzug Waldenburgerbahn VDWB auf den Weg nach Luzern. Im Gepäck hatten sie die benötigten Utensilien, um eine Dampflokomotive pflegen zu können. Das Ziel des „WB 6 Teams“ war die zweite erhalten gebliebene Dampflokomotive der Waldenburgerbahn, die seit 1958 im Verkehrshaus der Schweiz, in Luzern, ausgestellt ist. Seitdem die Dampfgruppe WB 5 im Jahre 2012 bereits den 100. Geburtstag dieser Dampflokomotive G3/3 WB 6 „Waldenburg“ in Luzern gefeiert hatte, übernahm sie das Patronat über dieses Ausstellungsstück. Pro Jahr wird nun diese Maschine ein bis zweimal gereinigt und konserviert. Dank dem Fachwissen der Dampfspezialisten aus dem Waldenburgertal wurde die „Waldenburg“ im Jahre 2012 zu ihrem 100. Geburtstag in einen sehr schönen Ausstellungszustand versetzt. Der Dampfgruppe gelang es zudem, alte Montagefehler zu korrigieren und alle mechanischen Teile wieder gängig zu machen, sodass diese Lokomotive heute wieder rollfähig ist. Die Gruppe, unter der Leitung des Obmannes Armon Strähl, hatte damals 170 Arbeitsstunden ehrenamtlich aufgewendet. Dabei wurde das gesamte Antriebsgestänge demontiert und in einen tadellosen Zustand gebracht. Der Rahmen wurde schwarz gestrichen. Dank diesen Arbeiten konnte das Erscheinungsbild deutlich verbessert werden. Nebst der Handbremse wurden auch der Geschwindigkeitsmesser und die Petrollampe wieder funktionstüchtig instand gestellt. Fehlende Teile wurden neu hergestellt und am Exponat ergänzt.

Rail Days 2015 im Verkehrshaus
Bei den vergangenen Rail Days, 19.-21. Juni 2015, waren die Dampfenthusiasten wiederum im Verkehrshaus anzutreffen. Nebst der Reinigung der „Waldenburg“ informierten sie die Besucher über den Dampfzug der WB AG und über die aktuell schwierige Situation: es droht das Aus für den beliebten Dampfzug, und dies gilt es zu verhindern. Unter den Besuchern waren auch viele Baselbieter und ausgewan-derte BaselbieterInnen auszumachen. Sie alle erfreuten sich am Anblick des ihnen vertrauten „Waldenburgerli‘s“ und erkannten in ihr ein Stück Kulturgut aus der Heimat. In den Gesprächen reagierten diese Personen jeweils mit grossem Unverständnis über die aktuellen Pläne des Kantons Basel-Landschaft und der Führung der Waldenburgerbahn AG. Soll dieser einmalige und in der ganzen Schweiz bekannte Dampfzug wirklich einer nicht plausiblen Umspurung auf 1000 mm Spurweite geopfert werden? Wieso sollte eine modernisierte Bahn und der bekannte nostalgische Dampfzug nicht weiterhin nebeneinander auf der jetzigen Spurweite verkehren können?

Diese und andere Fragen wurden kompetent von den Vereinsmitgliedern erläutert. Daraus resultierten spontane Beitritte zum Verein und die Ankündigung von mehreren Personen, diesen finanziell zu unterstützen.

Der Verein kämpft weiter
Vereinspräsident des VDWB, Kurt Grieder, war bei seinem Besuch am Samstag in Luzern tief beeindruckt. „Eine unglaubliche Sympathiewelle kam uns hier in Luzern entgegen“, bemerkte er. Die Verantwortlichen des Verkehrshauses waren des vollen Lobes über den sympathischen Auftritt der Baselbieter Gruppe. Der Direktor des Verkehrshauses, Martin Bütikofer, verdankte den Einsatz der Dampfgruppe persönlich vor Ort. „Dieses Lob und Dankeschön hat uns sehr beeindruckt“, meinte der Obmann der Dampfgruppe, Armon Strähl. „Hier konnten wir viel positive Energie tanken um weiterhin für den Erhalt unserer einmaligen Bahn einzustehen.“ Die Dampfgruppe wurde vor 40 Jahren, am 30. Juni 1975, gegründet mit dem Ziel, für die Erhaltung der Dampflok WB 5 „Gedeon Thommen“ besorgt zu sein. Seit 1980 stellt sie das Betriebspersonal für den Einsatz des beliebten Dampfzuges.

Der Verein VDWB ist überzeugt, dass es sich lohnt, ein Stück Bahngeschichte und Identität im Baselbiet zu erhalten Die Bahn soll Platz haben für den traditionellen Dampfzug, und zwar auf der bestehenden Spurweite von 750 mm, andererseits aber auf dem neusten Stand der Technik bleiben. Die Verantwortlichen in Luzern und die vielen Besucher bei der Dampflok „Waldenburg“ haben diese Botschaft jedenfalls verstanden.

Armon Strähl, Verein Dampfzug Waldenburgerbahn VDWB

 

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